An der Universitätsklinik für Nuklearmedizin und Endokrinologie wurde ein innovatives Pilotprojekt erfolgreich umgesetzt: Vier Studierende des Bachelorstudiengangs Radiologietechnologie der Fachhochschule Salzburg übernahmen für einen gesamten Arbeitstag die Organisation und Durchführung des Betriebs in der PET-CT-Ambulanz.

Das Projekt bot den angehenden Radiologietechnolog*innen die Möglichkeit, nach ihrer mit Auszeichnung bestandenen praktischen Abschlussprüfung die Verantwortung für sämtliche Arbeitsabläufe eines regulären Ambulanzbetriebs zu übernehmen. Begleitet wurden sie dabei von erfahrenen Radiologietechnolog*innen, die sämtliche Prozesse aus dem Hintergrund beobachteten und ausschließlich bei Bedarf unterstützend eingriffen.
Interprofessionelles Projekt
Initiatorin des Pilotprojekts war Marlene Schmid, Radiologietechnologin an der Universitätsklinik für Nuklearmedizin und Endokrinologie. Gemeinsam mit der Praktikumsanleiterin der Fachhochschule Salzburg, Gabriele Pleschberger, dem leitenden Radiologietechnologen Lukas Hehenwarter, Primar Dr. Christian Pirich, den beteiligten Berufsgruppen sowie dem Studiengangsleiter für Radiologietechnologie, MSc Florian Szigeti, PhD, wurde das Konzept entwickelt und nach kurzer Abstimmung umgesetzt.
Die vier Studierenden – Daniela Grgic, Ana-Maria Filipovic, Laura Seiler und Alexander Redlinger-Pohn – erklärten sich nach der Projektvorstellung sofort bereit, an diesem Pilotversuch teilzunehmen
Eigenständige Organisation des Ambulanzbetriebs
Zwischen 7.00 und 14.00 Uhr führten die Studierenden sämtliche Arbeitsabläufe in der PET-CT-Ambulanz eigenverantwortlich durch. Dazu gehörten unter anderem:
• das Legen peripherer Venenzugänge,
• die Applikation der Radiopharmaka,
• die Koordination des PatientInnenflusses unter Berücksichtigung der zertifizierten Uptake-Zeiten,
• die Auswahl geeigneter Untersuchungsprotokolle einschließlich Kontrastmittelapplikation und Abklärung möglicher Kontraindikationen,
• die Organisation kurzfristiger Untersuchungseinschübe in Abstimmung mit den zuständigen ÄrztInnen,
• die gemeinsame Entscheidungsfindung innerhalb des Studierendenteams vor einer Rücksprache mit den betreuenden RadiologietechnologInnen sowie
• die eigenständige Organisation der Pausen während des laufenden Betriebs.
Positives Feedback von den Patient*innen
Die PatientInnen wurden mittels eines Flipcharts über den besonderen Rollenwechsel informiert. Das Feedback fiel durchwegs positiv aus: Die Studierenden arbeiteten professionell, souverän und patientenorientiert, sodass sich die betreuten Personen jederzeit gut aufgehoben fühlten.
Wertvolle Erfahrungen für Ausbildung und Praxis
Den Abschluss des Projekttages bildete eine gemeinsame Feedbackrunde, in der sowohl die Studierenden als auch die betreuenden RadiologietechnologInnen ihre Erfahrungen reflektierten.
Die Studierenden berichteten, dass sie sich durch ihre Ausbildung und die praktischen Einsätze gut auf diese Verantwortung vorbereitet fühlten. Der Rollenwechsel habe ihnen einen realistischen Einblick in den späteren Berufsalltag ermöglicht und ihr Selbstvertrauen für den Berufseinstieg zusätzlich gestärkt.
Auch die Radiologietechnolog*innen zogen ein positives Fazit. Das Projekt habe verdeutlicht, wie viele komplexe Entscheidungen im Arbeitsalltag routinemäßig getroffen werden und wie wichtig es sei, den Studierenden bewusst Zeit und Raum für eigene Lösungswege zu geben. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie erfolgreich sich die intensive Begleitung, das Vertrauen und die kontinuierliche Ausbildungsarbeit der vergangenen Wochen entwickelt haben.
Erfolgreicher Auftakt mit Zukunftspotenzial
Das Pilotprojekt zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert praxisnahe Ausbildungsformate für Studierende und erfahrene Mitarbeitende gleichermaßen bieten. Die Universitätsklinik für Nuklearmedizin und Endokrinologie und die Fachhochschule Salzburg sehen darin einen gelungenen Ansatz, um Eigenverantwortung, Teamarbeit und Handlungskompetenz bereits während der Ausbildung gezielt zu fördern. Beide Seiten bewerten das Projekt als vollen Erfolg und sehen großes Potenzial für ähnliche Ausbildungsformate in der Zukunft.